Der Prioritäten-Teilnehmer sagt ja und meint nein

Jörg ist ein Coach, der selten aufgibt und daher telefoniert er erneut mit einem Arbeitgeber, um ein weiteres Praktikum für den Teilnehmer, der lieber ein Praktikum verschiebt, als auf Zigaretten und Brötchen vom Bäcker zu verzichten, zu ermöglichen. Jörg gibt alles und irgendwann ist der Arbeitgeber einverstanden. Kommenden Montag soll es loslegen und Jörg fragt den Teilnehmer, ob das geht. Dieser überlegt, windet sich und sagt dann zu. Nachdem das Gespräch beendet ist, sagt der Teilnehmer, dass er nächste Woche keine Zeit hat. Er hat private Termine und er wird auch nicht sagen, was für Termine das sind. Jörg interessieren die Termine nicht, er will nur wissen, ob er es richtig verstanden hat. Der Teilnehmer sagte zu dem Praktikum ab Montag auf Nachfrage ja, meinte aber nein. “Warum haben sie dann ja gesagt?“ – “Nur so.“ Für Jörg bricht eine Welt zusammen. “Es bedeutet also nichts, wenn sie ja sagen. Ja bedeutet also nein?” Der Teilnehmer versteht nicht, was Jörg von ihm will. Er hat halt einfach eine Antwort gegeben, weil Jörg eine Antwort von ihm erwartete. Im Übrigen hat er im ganzen April keine Zeit. Da ist nämlich Ostern, da sind Feiertage und so weiter. Jörg sagt, der Teilnehmer soll den Arbeitgeber anrufen und den Termin verschieben. Wenig später teilt der Teilnehmer mit, dass er den Termin auf Mai verschoben hat. Ob das stimmt und ob er wirklich Interesse an dem Praktikum hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass wir im Mai nicht mehr für den jungen Mann zuständig sind. Dann werden wir ihm keine Fragen mehr stellen und er muss nicht ja sagen, wenn er eigentlich nein sagen will.

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